
- Juli 2, 2025
- 12:30 p.m.
Wenn Eltern mit der Beikost beginnen, wünschen sie sich vor allem eines: dass ihr Kind gesund und sicher aufwächst. Dieses neue Kapitel ist oft begleitet von Vorfreude, liebevollen Ritualen – aber auch Unsicherheiten. Löffel für Löffel beginnt eine neue Welt: neue Geschmäcker, neue Texturen, neue Erfahrungen. Zwischen niedlichen Gläschen, hübsch gestalteten Verpackungen und großen Werbeversprechen taucht auch eine Verantwortung auf, die oft im Hintergrund bleibt. Denn es gibt Dinge, über die kaum jemand spricht – etwa über Stoffe, die gar nicht in Babynahrung gehören. Einer davon ist Acrylamid. Immer mehr Eltern achten auf die Zutaten im Babybrei – doch nicht alles steht auf dem Etikett.
Wir sprechen oft über Zucker, Zusatzstoffe und künstliche Vitamine – aber nur selten über Stoffe, die bei der Verarbeitung ungewollt entstehen. Genau hier wird es heikel: Acrylamid ist keine Zutat, sondern ein unerwünschtes Nebenprodukt.Acrylamid ist kein Bestandteil, der absichtlich zugesetzt wird. Es entsteht bei starker Erhitzung stärkehaltiger Lebensmittel – etwa beim Rösten, Backen oder Trocknen über 120 Grad Celsius. Besonders bei industriell hergestellten Produkten kann sich Acrylamid bilden, auch wenn die Zutatenliste ganz harmlos aussieht. Was bedeutet das aber konkret für gesunde Babybreie ohne Zusatzstoffe?
Wo kann Acrylamid in Babyprodukten vorkommen?
Acrylamid kann in verschiedenen Babyprodukten vorkommen, vor allem in stark verarbeiteten, stärkehaltigen Lebensmitteln. Betroffen sind unter anderem:
- Instant-Getreidebreie, die einfach nur mit heißem Wasser aufgegossen werden
- Babykekse, Zwieback, Reiswaffeln, Hirse- oder Maisstangen
- Kartoffelprodukte wie Chips oder Pommes
Unabhängige Tests wie von ÖKO-TEST oder wissenschaftliche Studien zeigen: Manche Babykekse oder Instant-Breie weisen deutlich erhöhte Acrylamidwerte auf. In Europa liegt der Richtwert für Babykekse bei 150 µg/kg – doch Untersuchungen fanden Werte von über 200 µg/kg. In einem türkischen Labortest wurden sogar bis zu 1270 µg/kg in Babykeksen nachgewiesen – ein alarmierender Wert, insbesondere für empfindliche Säuglinge.
Unabhängige Verbraucherorganisationen wie ÖKO-TEST warnen seit Jahren vor erhöhten Acrylamidwerten in Babyprodukten. In Babykeksen, Instant-Getreidebreien oder Reiswaffeln wurden zum Teil deutlich zu hohe Werte gefunden. Besonders kritisch: Einige Produkte überschreiten sogar die von der EU empfohlenen Richtwerte. Zum vollständigen Artikel: https://www.oekotest.de/
Warum ist das problematisch?
Acrylamid gilt laut der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“. Besonders bei Babys, deren Organe sich noch entwickeln und deren Körpergewicht gering ist, können selbst kleine Mengen eine vergleichsweise große Wirkung haben. Es gibt keinen sicheren Grenzwert – jede unnötige Aufnahme sollte vermieden werden.
Was Eltern tun können
Die gute Nachricht ist: Du kannst das Risiko deutlich senken – mit ein paar einfachen Entscheidungen im Alltag:
• Bereite Babybrei lieber selbst zu – aus ganzen Bio-Getreidesorten
• Verzichte im ersten Lebensjahr möglichst auf Babykekse, Reiswaffeln oder verarbeitete Snacks
• Achte beim Kochen auf sanfte Zubereitung: goldgelb statt braun oder gar schwarz
• Setze auf selbstgemachte Obst- und Gemüsebreie – sie werden meist nur gedämpft und enthalten kaum Acrylamid
• Nutze regelmäßig aktuelle Testberichte wie von ÖKO-TEST oder Stiftung Warentest – sie bieten eine wertvolle Orientierung für bewusste Entscheidungen beim Beikoststart
Fazit
Acrylamid in Babynahrung ist kein Grund zur Panik – aber ein Thema, das nicht ignoriert werden sollte. Gerade bei einem so sensiblen Thema wie dem Beikoststart ist Aufklärung entscheidend. Wer weiß, worauf es ankommt, kann mit Ruhe und Verstand Entscheidungen treffen. Mit etwas Küchenpraxis, einem Blick auf die Zutaten und der Wahl von Babybrei ohne Zusatzstoffe lässt sich das Risiko deutlich senken – für einen sicheren, gesunden Start in die neue Welt des Essens.
